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Atlas of Remote Islands
Judith Schalansky is a writer and award-winning graphic designer, and lectures on typography in Potsdam. She has written a novel and a typographic compendium, Fraktur mon Amour (2006) which has won several design prizes. She lives in Berlin.
€ 27,50 -
Wenn kein Fluss mehr fließt
Flüsse sind nicht nur ein Landschaftselement unter vielen, sie sind Lebensadern. An ihren Ufern entstehen Städte, an ihren Stränden erholen sich die Arbeiterinnen und Arbeiter, und ihr geklärtes Wasser löscht unseren Durst. Kein Köln ohne Rhein, kein Dresden ohne Elbe - und kein ¿ód¿ ohne ¿ódka. Ausgehend vom Fluss seiner Kindheit, der überreguliert, verschmutzt und heute kaum noch auffindbar in Vergessenheit geraten ist, liest der preisgekrönte Lyriker Maciej Robert die Spuren europäischer Flussläufe: in Polen, in Ungarn, in der Slowakei, in Tschechien, in Deutschland. Aber wie entdeckt man Flüsse, die es nicht mehr gibt? Man findet sie in den Geschichten, die über sie erzählt werden: Flüsse als Grenzen oder Handelsrouten, Fließgewässer als lebensnotwendige Grundlage und schützenswerte Lebensräume, Flüsse als das, was Europa verbindet. Wenn kein Fluss mehr fließt ist ein ganz und gar europäisches Buch: Zwischen den Flüssen, die Europa ausmachen, entdeckt Maciej Robert die Ufer, an denen sich unser aller Leben entfaltet.
€ 28,00 -
Disruptiozän
Die Chemie der demokratischen Gesellschaft ist in einem instabilen Systemzustand. Der ohnehin schleppende Aufbruch in sozial gerechte energetische und materielle Zukünfte scheint ausgebremst, noch ehe er richtig losgegangen war. Mehr Extraktion, mehr Verbrauch, weniger Rücksicht, weniger Ausgleich. Aber unter den ereignisgeschichtlichen Einschlägen des Moments, den Kriegen, Wahlergebnissen und reaktionären Politikwenden, liegen längere Prozesse: der Umbau des Metabolismus einer auf Verbrennung gebauten Zivilisation, komplexere chemische Prozessstrukturen, die Ausweitung des extraktivistischen Stoffregimes. Kann eine Kritik der fossilen Vernunft, kann eine neue Geoanthropologie Mensch und Planet produktiv statt destruktiv zusammen denken? Disruptiozän liest das Erstarken rücksichtsloser Machtpolitik als Symptom für einen tiefgreifenden und folgenreichen Umbau in den Naturverhältnissen des anlaufenden Zeitalters - sei es noch ökologisch-demokratisch, oder per Dekret digital-nuklear-technokratisch. Nach der Petro- kommt die Multi-Elemente-Moderne, und die wird nicht weniger explosiv.
€ 12,00 -
Gletscher beerdigen
Was die internationale Gemeinschaft für immer im Modus des Zukünftigen behandeln will, sucht längst unsere Gegenwart heim: Die Opfer der Klimakrise und des voranschreitenden Massenaussterbens sind in den letzten Jahren unzählbar geworden. 2019 trauerte Island offiziell um den Verlust des Okjökull-Gletschers. 2022 verliert der Südliche Schneeferner seinen Gletscherstatus und wird fortan Toteis genannt. Und auch Arten verschwinden: 1690 wurde der Dodo ausgelöscht, 1844 der Riesenalk, und 2025 verschwanden eine Spitzmaus, mehrere Beuteltierarten und eine Meeresschnecke für immer. Das Totengedenken ist einer der Ursprünge menschlicher Kultur: Wir werden, wer wir sind, weil wir wissen, was vor uns war. Wenn diese Annahme aber nicht nur für Menschen gilt, sondern auch für unsere natürliche Umgebung - wie sind dann all jene zu betrauern, die wir ¿ausgestorben haben¿? Und wie finden wir durch die Trauer zurück ins Handeln? Aus der Beobachtung neuer Rituale, kritischen Reflexionen und persönlicher Erfahrung webt Simon Probst einen Essay, der fragt, wie Erinnerungskultur auf die planetaren Krisen der Gegenwart antwortet - und wie wir versuchen können, ihren Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
€ 12,00 -
Seltene Erde
Nach wie vor hält sich der Mythos, die Erde sei für den Menschen gemacht. Dabei haben die Naturwissenschaften längst überzeugend dargelegt, dass bei der Evolution unserer Biosphäre und schließlich auch bei jener des Menschen eine Reihe von Zufällen eine entscheidende Rolle gespielt hat: Die Bedingungen auf unserer Erde sind so unwahrscheinlich, dass sie sich in unserer Galaxis wohl kaum öfter eingestellt haben können. Ein Planet, der mehrzellige Tiere und bei einem von ihnen sogar technische Intelligenz hervorgebracht hat, dürfte in den Weiten des Alls eine sehr seltene Erscheinung sein. Aber wenn der blaue Planet so unfassbar einzigartig ist, was bedeutet das dann für unseren Umgang mit ihm? In den verblüffendsten Details schildert Martin Gorke den unglaublich unwahrscheinlichen Lotteriegewinn, den uns die kosmische Evolution mit unserer Erde beschert hat: einen Ort zum Leben, einen Ort, den wir in seiner Vielfalt mit allem Nachdruck erhalten müssen.
€ 10,00 -
Aufgeklärtes Staunen
Es genügt eine Bemerkung der Nachbarin, die erzählt, dass in ihren Kindertagen die Oder vor der Haustür noch voller Flussperlmuscheln war - und Björn Kerns Neugier ist geweckt. Unbedingt will er die selten gewordene Süßwasserbewohnerin auffinden, die einen wundersamen Lebenswandel pflegt: Während ihre Frühform für einige Monate in den Kiemen der Bachforelle lebt, kann die ausgewachsene Muschel weit über hundert Jahre alt werden und Perlen ausbilden - aber nur, wenn sie zuvor verletzt worden ist. Während seiner Suche entsteht für Björn Kern eine innere Verbundenheit mit der über 250 Millionen Jahre alten Art, die ihn immer wieder und immer weiter ins Wasser führt, und der Wunsch nach Ursprünglichkeit in einer übernutzten Welt: Wie staunt man aufgeklärt? Wie lässt sich das stete Verlangen nach Ausweitung kurieren? Und wie können wir unsere Lust am Leben anders stimulieren als durch den vernutzenden Konsum, der unsere sinnlichen Bedürfnisse doch niemals befriedigen kann? Aufgeklärtes Staunen handelt von dem augenöffnenden Geschenk eines Erlebens, das sich aus dem Nicht-Finden speist, einer körpernahen, sinnlichen Fülle, die eine lebendigere Form von Reichtum für uns alle bereithält.
€ 12,00 -
Leuchtturm der Hoffnung
Als Eva Meijer mit ihrem Hund auf die Insel Vlieland kommt, erkennt sie den Ferienort ihrer Kindheit kaum wieder: Es beginnt mit den Seepocken, die früher die Steine im Hafen überzogen und jetzt unauffindbar sind, und es setzt sich fort mit den Ferienhäusern, sie sich nun dicht an dicht reihen, um immer mehr Urlaubende auf der kleinen westfriesischen Insel zu beherbergen. Eine Woche will Eva hier verbringen, um einen Essay zu schreiben über die Erinnerung und ihre Reibungsfläche, das Vergängliche. Aber jeder Text hat sein Eigenleben, und so schleichen sich die drängenden Fragen unserer Gegenwart in die leisen Töne und beinahe zarten Bilder eines unerbittlich forschenden Schreibens: Wer sind wir, wenn wir in Gemeinschaft mit anderen leben? Und wie könnte ein verträglicher Umgang mit der Welt aussehen, die wir uns mit so vielen anderen Lebewesen teilen? In ihrem feinsinnigen Essay verbindet Eva Meijer Denken und Fühlen, Philosophie und Praxis, die Literatur, das Leben und die Wahrnehmung zu einem filigranen Gewebe. Und sie findet eine Sprache, in der das Unsagbare sagbar wird und die Dialog und Verbundenheit auch mit jenen ermöglicht, die unsere Sprache nicht sprechen und unser Leben doch teilen.
€ 10,00 -
Zunehmende Trübung
Als tiefster See Brandenburgs ist der malerisch gelegene Große Stechlinsee weithin bekannt für sein klares Wasser. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die zunehmende Trübung. Anlass genug, der Geschichte seiner Verunreinigung auf den Grund zu gehen: Theodor Fontane siedelt in seinem nach dem See benannten Roman an dessen Ufern die Geschichte einer Adelsfamilie an. Während der NS-Diktatur ist der Stechlin Austragungsort einer bürokratischen Schlacht zwischen dem nationalistischen Naturschützer Hans Klose und der Hitlerjugend wegen deren ausschweifender Zeltlager. Und in der DDR entwickelt sich der See zum Naherholungsgebiet für die werktätigen Massen, obwohl an seinem Ufer ein Atomkraftwerk errichtet wird, dessen ökologische Auswirkungen eine eigens geschaffene Forschungsstelle überwacht. Doch die Veränderungen der natürlichen Umwelt geschehen in einer Zeitlichkeit, die wir kaum überblicken können. Fest steht nur, dass einmal Vergangenes nicht wieder in die Zukunft gebracht werden kann. In den trüben Schichten des Stechlins findet Björn Kröger eine erhellende Perspektive auf das Dritte, das aus Altem und Neuem, aus Natur und Kultur entsteht - und eine behutsame Sprache für die Lebenszeit eines Gewässers, in dem sich das Leben und Sterben der Menschen in immer neuen Schichten ablagert.
€ 32,00 -
Palmen
Meist wachsen sie dort, wo man gerade nicht ist, aber gern wäre. Manchmal allerdings stehen sie einem direkt vor der Nase - in Vorgärten, Fußgängerzonen, Treibhäusern oder Botanischen Gärten -, wo sie unweigerlich die Frage aufwerfen: Wie wurde dieses faszinierende Gewächs zur allgemeinen Sehnsuchtspflanze? Am Anfang, so viel ist sicher, war die Dattelpalme. Mit ihrer Kultivierung wurden Menschen sesshaft, mit ihren Palmwedeln deckten sie Dächer und huldigten Göttern. Seither beschatten Palmen sowohl Träume vom Süden als auch Utopien einer besseren Welt: Goethe erwählt eine italienische Fächerpalme zu seinem Fetisch, der Kokos-Guru August Engelhardt begründet in Deutsch-Neuguinea seine Palmenreligion, während Produkte wie Palmin den westlichen Wohlstand zu schmieren beginnen. Palmen waren und sind nicht nur Sehnsuchts-, sondern auch Kolonialpflanzen und bedrohen in monokulturellen Plantagen ausgerechnet jenen Traum einer paradiesischen Natur, für die sie mit bezaubernd-ikonischer Eleganz stehen. Jutta Person verfolgt das breit gefächerte Mensch-Palme-Verhältnis von Aussteigersehnsucht bis Zwergpalmenfetisch, von Tropentristesse bis Treibhauspflanze: Dieses Portrait feiert die Palme in all ihren sonnensatten bis schattigen Facetten.
€ 22,00 -
Acker, Baulücke, Deponie
Auf der Suche nach unberührter Natur wird gern übersehen, was der Menschenhand entsprungen ist: Brachen sind das Postskriptum jedweder Kultivierung und gleichzeitig der Beginn der Wildnis. Besenkraut, Silberregen oder Landreitgras, die der ungeübte Blick nur als Unkraut wahrnimmt, begrünen sie mit störrischem Wuchs. Ihre Entstehung ist hingegen untrennbar mit der Sesshaftwerdung des Menschen verbunden, erst die Abtrennung des Kulturlands von der Wildnis hat die Brache hervorgebracht. Wo heute unsere Toten ruhen, rahmt sie die Gräber, wo sich unser Abfall zu Bergen türmt, überwuchert Brachland die Hänge, und selbst im Niemandsland zwischen Staatsgrenzen gedeihen sie unbekümmert: Wo Menschen nur mühsam oder heimlich passieren können, zeugen sie von der Vielfalt des unbekümmerten Lebens. In zwölf Etappen durchstreift David Bröderbauer das Brachland - vom Wiener Nordbahnviertel bis zur nordrhein-westfälischen Zeche Zollverein, vom burgenländischen Neusiedlersee über einen Truppenübungsplatz bis zur wüsten Marslandschaft. Sein Brachenatlas ist eine Einladung, den scheinbar unbedeutenden Raum zu erkunden, sein Nischendasein zu würdigen und seine widerständige Schönheit zu entdecken.
€ 26,00 -
Das Auge des Krokodils
Als die Philosophin Val Plumwood mit dem Kajak durch den nordaustralischen Kakadu-Nationalpark paddelt, wird sie von einem Leistenkrokodil angegriffen, gepackt und dreimal gewaltsam unter Wasser gerollt, ehe das Raubtier unerklärlicherweise von ihr ablässt und sie schwer verletzt überlebt. Diese unhintergehbar körperliche Erfahrung erschüttert die Geisteswissenschaftlerin bis ins Mark, und zwingt sie, ihr Weltbild, ihre Vorstellungen vom Tod und nicht zuletzt die menschliche Rolle in der Nahrungskette zu überdenken: Wer einmal erlebt hat, Beute zu sein, der kann sich nicht länger als Krone der Schöpfung begreifen. Val Plumwood versteht das Tierreich nicht nur als ein Symbol für Wildheit, sondern auch als Spiegelbild unserer eigenen Existenz und unserer Verflechtung mit der Natur. Das Auge des Krokodils vereint romanhafte Erzählungen und scharfsinnige Analysen, in denen der Respekt vor dem Tod und die Verheerungen des Kolonialismus immer anwesend sind. Das Auge des Krokodils ist das augenöffnende Vermächtnis einer Pionierin des Ökofeminismus, ein kämpferischer Aufruf zu einer abenteuerlichen Neujustierung unserer Weltwahrnehmung, schmerzhaft und klarsichtig, aber nicht so final wie die Todesrolle eines Krokodils.
€ 30,00 -
Zerbrochenes Feuer
Magma bildet den Glutkern unseres Planeten, und ohne die Eruptionen in Urzeiten gäbe es weder Kontinente noch Berge, weder Lebensräume noch Leben. Und doch sind Vulkane bedrohlich, nicht zuletzt, weil sich ihr Ausbruch selbst mit den modernsten Messgeräten weder räumlich noch zeitlich exakt vorhersagen lässt. So gehört der Vulkanismus zu jenen Naturphänomenen, deren unberechenbare geologische Gewalt immer neue Geschichten entfesselt hat. Darin geht es um menschliche Hybris, Furcht und Schönheit des Erhabenen und die allerletzten Fragen: Woher kommen wir, und wohin geht diese Welt? Lanzarote, Indonesien, Martinique oder Italien: Linn Penelope Rieger verfolgt die mannigfaltigen Spuren und Abgründe zahlreicher erzitternder Schauplätze von enormen, manchmal tödlichen, aber auch fruchtbaren Eruptionen in den bildreichen und wortgewaltigen Schilderungen der Literatur - mit pochendem Herzen, mit Lust an der Angst und mit unerschrockenen Fragen nach dem Ursprung von Leben und Tod.
€ 30,00