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Pocket Atlas of Remote Islands
Fifty Islands I Have Not Visited and Never WillAn atlas that takes us across the oceans of the world to fifty remote islands. It features rare animals and lost explorers, marooned slaves and lonely scientists, mutinous sailors and forgotten castaways.
€ 30,50 -
Papageien
Nicht Hansi oder Bubi, sondern ¿Klitz¿ tauft Christine Wunnicke als Kind ihren dünnen, ängstlichen Sittich. Jahrzehnte später lässt sie dem früh verstorbenen Stubenvogel Gerechtigkeit widerfahren. Aber heißt einen kennen alle kennen? Und kennen sie auch uns, oder woher rührt ihre Fähigkeit, die menschliche Sprache wie kein anderes Tier nachzuahmen, und das ohne Lippen und mit steinhartem Schnabel? Aus Urwäldern gepflückt, über die kolonialen Handelsrouten verschleppt, in goldene Käfige gesperrt und auf Piratenschultern drapiert, zum Tanzen und zum Sprechen gebracht, vergisst man glatt, dass diese bunten, klugen Vögel in Freiheit sehr gut ohne uns auskommen. In ihrem Portrait, das genauso schillernd, vorwitzig und gescheit ausfällt wie die verehrten Vertreter dieser Ordnung der Vögel, nähert sich Christine Wunnicke dem beredten Exoten. Sie zeichnet die Umstände nach, die unser Verhältnis zu ihm geprägt haben, erzählt von Papageienfantasien, die sich durch die Jahrhunderte in fantastischen Papageienbildern offenbaren - und von unserem unstillbaren Begehren danach, mit anderen Tieren sprechen zu können.
€ 22,00 -
Palmen
Meist wachsen sie dort, wo man gerade nicht ist, aber gern wäre. Manchmal allerdings stehen sie einem direkt vor der Nase - in Vorgärten, Fußgängerzonen, Treibhäusern oder Botanischen Gärten -, wo sie unweigerlich die Frage aufwerfen: Wie wurde dieses faszinierende Gewächs zur allgemeinen Sehnsuchtspflanze? Am Anfang, so viel ist sicher, war die Dattelpalme. Mit ihrer Kultivierung wurden Menschen sesshaft, mit ihren Palmwedeln deckten sie Dächer und huldigten Göttern. Seither beschatten Palmen sowohl Träume vom Süden als auch Utopien einer besseren Welt: Goethe erwählt eine italienische Fächerpalme zu seinem Fetisch, der Kokos-Guru August Engelhardt begründet in Deutsch-Neuguinea seine Palmenreligion, während Produkte wie Palmin den westlichen Wohlstand zu schmieren beginnen. Palmen waren und sind nicht nur Sehnsuchts-, sondern auch Kolonialpflanzen und bedrohen in monokulturellen Plantagen ausgerechnet jenen Traum einer paradiesischen Natur, für die sie mit bezaubernd-ikonischer Eleganz stehen. Jutta Person verfolgt das breit gefächerte Mensch-Palme-Verhältnis von Aussteigersehnsucht bis Zwergpalmenfetisch, von Tropentristesse bis Treibhauspflanze: Dieses Portrait feiert die Palme in all ihren sonnensatten bis schattigen Facetten.
€ 22,00 -
Samtfuß, Holzstielchen und Zottelmähne
Als mysteriöse Lebensform neben Pflanze und Tier bewohnen Pilze seit jeher die menschliche Vorstellungswelt. Ihr vielfältiges Erscheinungsbild schlägt sich auch in einer Vielzahl kruder bis klingender Bezeichnungen für sie nieder. Es ist der schier unerschöpfliche und regional so unterschiedliche Reichtum sprachlicher Bezeichnungen, der den Germanisten, Pilzsachverständigen und leidenschaftlichen Pilzsammler Benjamin Haag zu seinem Pilzatlas inspiriert hat: Samtfuß, Holzstielchen und Zottelmähne sind nur einige davon. Auf den Spuren ihrer Trivialnamen zeigt er, dass kein Pilz wie der andere ist - und beinahe jeder mit einer atemberaubenden Geschichte aufwarten kann, in der sich Natur und Kultur myzelartig verflechten. Seine Portraits handeln von der ausgestorbenen und sich wiederbelebenden Trüffelkultur Deutschlands, von den pilzsuchenden Männern, die ihr Wissen um die Sammelorte an den Kriegsfronten mit ins Grab nahmen, von zerfließenden Schopf-Tintlingen, die sich zu einer fälschungssicheren Tinte verarbeiten lassen, dem undurchschaubaren wood wide web der Mykorrhizapilze, die das Wohlergehen des Waldes sichern - und von den schmackhaften Zubereitungsarten der Speisepilze. Praktischer Ratgeber, etymologisches Nachschlagewerk und naturkundlicher Bilderatlas - ein Pilzsammelbuch, das Wissen und Mythos vereint.
€ 28,00 -
Zerbrochenes Feuer
Magma bildet den Glutkern unseres Planeten, und ohne die Eruptionen in Urzeiten gäbe es weder Kontinente noch Berge, weder Lebensräume noch Leben. Und doch sind Vulkane bedrohlich, nicht zuletzt, weil sich ihr Ausbruch selbst mit den modernsten Messgeräten weder räumlich noch zeitlich exakt vorhersagen lässt. So gehört der Vulkanismus zu jenen Naturphänomenen, deren unberechenbare geologische Gewalt immer neue Geschichten entfesselt hat. Darin geht es um menschliche Hybris, Furcht und Schönheit des Erhabenen und die allerletzten Fragen: Woher kommen wir, und wohin geht diese Welt? Lanzarote, Indonesien, Martinique oder Italien: Linn Penelope Rieger verfolgt die mannigfaltigen Spuren und Abgründe zahlreicher erzitternder Schauplätze von enormen, manchmal tödlichen, aber auch fruchtbaren Eruptionen in den bildreichen und wortgewaltigen Schilderungen der Literatur - mit pochendem Herzen, mit Lust an der Angst und mit unerschrockenen Fragen nach dem Ursprung von Leben und Tod.
€ 30,00 -
Kraken
Ein Körper mit drei Herzen, eine Haut, die sich im Bruchteil einer Sekunde an ihre Umgebung anpasst, acht Arme, die autonom zu denken vermögen, und Tinte, die Phantombilder formen kann - das alles sind Eigenschaften, mit denen man einen Kraken beschreiben könnte. Und doch wird man diesem erstaunlichen Meerestier damit noch lange nicht gerecht. Denn sein fluides und jede Kategorie sprengendes Wesen wirkt, als hätte die Evolution ein zweites Mal gewürfelt und dabei alle Sinne und Körperteile ganz und gar neu zusammengesetzt. Über Jahrhunderte rankten sich um das Tier mit den vielen Namen - Krake, Oktopus, Oktopode oder fälschlicherweise Polyp und Kalmar - Schauergeschichten bis zu jener, die ihm eine außerirdische Herkunft zuschreibt. Heute inspiriert sein nonkonformistisches Dasein die natur- und kulturwissenschaftliche Forschung und alle, die das Andersartige nicht befremdet, sondern fasziniert. In ihrem Portrait des greifarmreichen Ungreifbaren begegnet Svenja Beller dem Kraken im Meer, im Aquarium, in der Literatur und in Bildern und beschreibt magische Momente der Erkenntnis und des Erkennens.
€ 22,00 -
Störche
Er bringt den Frühling, die Kinder, den Neuanfang. Wenn er dann im Laufe des Sommers auf seinen langen roten Beinen durch die frisch gemähten Wiesen stakst und abends in den Horsten noch einmal laut klappert, scheint nicht nur die natürliche Umwelt intakt, sondern auch die moralische Ordnung. Bereits die griechische Antike erfand ein Wort für den Mythos, dass Storchenkinder im Alter ihre Eltern versorgen. Und nicht nur wegen Märchen wie Kalif Storch kann der Vogel bis heute als monogam gelten, obwohl das empirisch längst widerlegt ist: Die Treue gilt dem Nistplatz, nicht dem Partnervogel. Während man über Jahrhunderte rätselte, wo der Storch wohl überwintert, lässt sich heute mit Peilsendern die Zugroute detailliert nachvollziehen. Und damit wird auch klar, dass sie sich durch den menschengemachten Klimawandel drastisch verändert: Statt nach Afrika zu fliegen, überwintern sie im europäischen Süden und ernähren sich von Resten, die sie auf Müllkippen finden. Ausgehend von eigenen Beobachtungen erzählt Johannes Zeilinger von einem Vogel, über den es trotz ¿Storchenbiss¿, ¿Storchenschere¿ oder dem ¿Storch des Mannes¿ so viel mehr zu berichten gibt, als unser Bild von ihm vermuten lässt.
€ 22,00 -
Birken
Strahlend, fruchtbar, jugendlich: Die Pionierpflanze mit den zarten, klebrigen Blättern spendet den Menschen flirrenden Schatten und eine Reihe von festlichen Riten rund um das Gedeihen, nicht nur zu Pfingsten, wenn junge Maien in Dörfer getragen werden. Mit unermüdlich findiger Fortpflanzungskraft wächst die Birke an den unwahrscheinlichsten Standorten, an den Hängen des Ätna ebenso wie in den Torfmooren, und bereitet den Nährboden für andere Baumarten und eine Vielzahl von Fantasien, die Gedichte, Reime und Kinderlieder vor allem der slawischen und skandinavischen Kultur, aber auch die Worpsweder Künstlerkolonie geprägt haben. Während die Forstwirtschaft den Baum wenig schätzte und ihn als ordnungsstörend und wertlos ansah, gilt die Birke heute als Retterin des Waldes, die nicht nur Brände abwehrt, sondern auch Artenreichtum zurückbringt und den Verlusten des Klimawandels entgegentritt. Steffi Memmert-Lunau erschließt mit dem glänzenden Portrait ihres Lebensbaums die strotzende Kraft einer Pflanze, die selbst noch in größter Dunkelheit die Fähigkeit besitzt, Licht zu spenden.
€ 22,00 -
Farne
Über kaum eine Pflanze lässt sich sagen, dass sie im Schatten ihre größte Wirkung entfaltet - für den Farn gilt das jedoch im doppelten Sinn: Als Überbleibsel der Urzeit wächst er in lichtarmen Gärten und Wäldern, und im Inneren der Erde haben ihn die Sedimente über Jahrmillionen zu Steinkohle und Erdöl gepresst, deren Verbrennung das menschliche Überleben heute weit mehr bedroht als sein eigenes. Die Zeugung dieser sich im Geheimen fortpflanzenden Gewächse war lange Zeit Gegenstand allerlei Spekulationen. Zauberisches wird ihren Samen nachgesagt: dass sie einen die Sprache der Tiere lehrten und dass, wer dem Teufel begegnet, sich mit ihnen noch einmal freikaufen könne.Im Frühjahr fasziniert stets aufs Neue, wie entlang der Fiederspindel sich jedes Fiederchen einzeln entfaltet und dabei seine fraktale Anordnung offenbart, die als Zeichen absoluter Schönheit gilt - und im viktorianischen England das fern fever mit ausgelöst haben dürfte: eine Leidenschaft für das exzessive Sammeln und Züchten dieser wundersamen Pflanzen, dem Anlegen von Farngärten in Mietskasernen und Heilanstalten und nicht zuletzt dem Import exotischer Arten aus aller Welt. Auf den Spuren dieser sagenumwobenen Geheimnisträger erkundet Solvejg Nitzke alte Friedhöfe, geheime Gärten und den Hinterhof ihres Dresdner Zuhauses. Ergebnis ist das erhellende Portrait einer schattenliebenden Pflanze, die nicht mehr übersehen kann, wer sich einmal zu ihr hinuntergebeugt hat.
€ 22,00 -
Spinnen
Die Spinne, dieses achtbeinige, behaarte Wesen mit seinen rätselhaft unbeweglichen Augen, das seit mehr als 300 Millionen Jahren in Höhlen und auf Bäumen lebt, hat sich tief in unseren realen und imaginären Kellern und Dachböden - und nicht zuletzt dem Unbewussten - eingenistet. Es ist ihr Körperbau, die sie zum ganz und gar anderen Wesen werden lässt.Ganz gleich, ob es sich um Lügengewebe, Hirngespinste oder Netze metaphysischer Spekulation handelt - der seidene Faden, den die Spinne aus Drüsen an ihrem Hinterteil blitzschnell abzusondern vermag, inspiriert dazu, dieses Verhalten als Metapher für vielfältige und auch widersprüchliche Praktiken zu lesen. Und so knüpft Lothar Müller in seinem assoziationsreichen Portrait ein dichtes Netz aus erhellenden und obskuren, auf jeden Fall schillernden Deutungen der fremdartigen, doch allgegenwärtigen Tiere: von Kierkegaard, der mit ihnen über das Dasein spekuliert, zu Spiderman, der doch nie Spinne wird, von Marx, der seine Arbeitswertlehre mit Blick auf die »Spinning Jenny«, die erste Spinnmaschine, und auf die automatischen Webstühle entwickelt, zum Arachne-Mythos als Ursprung des Erzählens als Widerstand, bis zur Künstlerin Louise Bourgeois, die sie als »Maman« in Riesenskulpturen zur großen Beschützerin werden lässt, deren Kokon Platz für uns alle bietet.
€ 22,00 -
Möwen
Möwen sind Vögel der Hoffnung und des Schreckens. Sie verkünden auf hoher See den rettenden Hafen ebenso wie den tödlichen Sturm. In den Werken der Alten Meister deuteten sie den Weltuntergang an, der sich nicht erst heute im Wechsel von Dürren und Wolkenbrüchen zeigt, und als Die Möwe Jonathan haben sie Generationen von Kindern unterhalten. Der Autor, Dramaturg und Regisseur Holger Teschke folgt den Zügen dieses weiß-grauen Vogels, von dem es heute 55 bekannte Arten gibt, einmal rund um den Globus. Denn Möwen haben sich an beinahe alle Lebensräume der Welt angepasst, und so finden sie heute nicht nur in Häfen und an Küsten, sondern immer öfter auch im Binnenland ihre Nist- und Brutplätze, wohin sie die karge Nahrung der überfischten Meere verdrängt. Selbst in Berlin brüten sie schon auf den Dächern über der Stadt. Und dann ist da noch der Seemannsaberglaube, der besagt, dass die Seelen toter Seeleute in Möwen ihr zweites Quartier finden. Von Möwen lernen heißt also, sich zu erinnern lernen. Wer einer Möwe aufmerksam in ihre Pupillen blickt, der wird erkennen, dass nichts und niemand sie aufhalten wird.
€ 22,00 -
Ratten
Wanderratte, Hausratte oder Wistar-Ratte - die Arten der Gattung Rattus sind zahlreich, kein Wunder, haben sie sich doch im Laufe der Zeit von Asien ausgehend über die ganze Welt verbreitet, weil sie wie kaum ein anderes Tier fähig sind, sich an die lokalen Lebensumstände anzupassen. Als Allesfresser ernährt sich die Ratte in freier Wildbahn von Pflanzen genauso wie von Tierkadavern, in New York von Pizzaresten und in Berlin von weggeworfenem Döner. Wahrscheinlich glauben deshalb auch die meisten Menschen, dass sich in ihrer nächsten Umgebung immer Ratten befinden, manche schätzen das Verhältnis zur Bevölkerung sogar auf 1 : 1. Wie viele Ratten es wirklich gibt, lässt sich nicht feststellen, da sie die dunklen Ecken lieben und gut im Verstecken sind. Zählt man jedoch ihr vielfaches Auftauchen in der Belletristik bei Selma Lagerlöf, Gerhart Hauptmann und Marlen Haushofer wie auch in den Mythen und Märchen dazu, etwa im Rattenfänger von Hameln, kommt man ihrer erstaunlichen Vielzahl, ihrer Schläue und ihrer Resilienz langsam auf die Spur. Während die Ratte im Hinduismus und Buddhismus durchaus verehrt wird, schreibt die westliche Welt ihr schon lange die Rolle als Überträgerin von Krankheiten, als Ungeziefer oder als unliebsamer Gast zu, der sich bis auf die Handelsschiffe verirrt, und manchmal soll es sogar aus Gewitterwolken Ratten regnen. Dass Ratten als Modellorganismus in Experimenten und Tierversuchen zum Einsatz kommen, zeigt jedoch, dass dieser fellige Nager mit den ewig nachwachsenden Zähnen mindestens genauso über uns Menschen zu erzählen weiß.
€ 22,00