William Shakespeare
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Resultaten voor 'william shakespeare'
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Das Winter-Mährchen
Das Winter-Mährchen gehört zu Shakespeares späten Romanzen und verbindet höfische Tragödie, pastorale Komödie und märchenhafte Wiederherstellung zu einer kunstvollen Meditation über Eifersucht, Schuld, Zeit und Vergebung. Aus Leontes' unbegründetem Verdacht gegen Hermione erwächst eine Katastrophe, die erst durch Verlust, Bewährung und das fast wundersame Erwachen einer Statue überwunden wird. Stilistisch verschränkt das Stück psychologische Schärfe mit lyrischer Symbolik; sein berühmter Zeitsprung und der Wechsel von Sizilien nach Böhmen markieren den Übergang von zerstörerischer Leidenschaft zu regenerativer Gemeinschaft. William Shakespeare, um 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und 1616 dort gestorben, schrieb das Werk vermutlich um 1610/11, in einer Phase, in der er sich von den großen Tragödien zu versöhnlicheren, experimentellen Formen bewegte. Seine lange Theaterpraxis als Schauspieler, Anteilseigner und Dramatiker der Londoner Bühne erklärt die souveräne Mischung aus spektakulärer Handlung, rhetorischer Verdichtung und publikumswirksamer Theatralität. Zugleich reflektiert das Stück zeitgenössische Fragen dynastischer Legitimität, weiblicher Tugend und politischer Herrschaft. Empfohlen sei Das Winter-Mährchen allen Leserinnen und Lesern, die Shakespeares reife Kunst jenseits eindeutiger Gattungsgrenzen entdecken möchten. Das Stück belohnt philologische Aufmerksamkeit ebenso wie emotionale Offenheit: Es zeigt, wie Literatur Leid nicht auslöscht, aber in Erinnerung, Anerkennung und Gnade verwandeln kann.
€ 12,80 -
Coriolanus
Coriolanus ist Shakespeares späte römische Tragödie über Caius Martius, den unbezwingbaren Feldherrn, dessen militärische Größe an politischer Unfähigkeit und aristokratischem Stolz zerbricht. Nach seinem Sieg über die Volsker verlangt Rom von ihm öffentliche Demut; er verweigert die Sprache des Volkes und wird verbannt. In konzentrierter, herber Diktion entfaltet das Stück einen Konflikt zwischen Körper, Staat und Rhetorik. Im Kontext der Tragödien Shakespeares wirkt es ungewöhnlich nüchtern: weniger metaphysisch als Hamlet, weniger häuslich als King Lear, dafür scharf politisch und republikanisch gespannt. William Shakespeare, der Dramatiker des elisabethanisch-jakobäischen England, schrieb Coriolanus vermutlich um 1608, in einer Zeit sozialer Unruhen, Teuerungen und Debatten über Herrschaft, Gehorsam und Volksvertretung. Seine Quelle war vor allem Plutarchs Lebensbeschreibung, doch Shakespeare verdichtet den antiken Stoff zu einer Studie über Macht, Mutterschaft, Klassenangst und öffentliche Inszenierung. Die Figur Volumnia, Coriolans Mutter, zeigt dabei, wie familiäre Prägung und staatliche Ideologie ineinandergreifen. Dieses Werk empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Shakespeare nicht nur als Dichter der Leidenschaft, sondern als Analytiker politischer Formen entdecken möchten. Coriolanus stellt unbequeme Fragen nach Demokratie, Elite, Kriegerruhm und der Zerbrechlichkeit öffentlicher Anerkennung. Gerade seine Strenge macht das Drama modern: Es bietet keine einfachen Helden, sondern eine präzise Anatomie des Stolzes.
€ 15,20 -
Ende gut, alles gut
Ende gut, alles gut zählt zu Shakespeares sogenannten Problemkomödien und verbindet märchenhafte Handlungsmuster mit einer bemerkenswert nüchternen Analyse sozialer Ordnung. Im Zentrum steht Helena, die Tochter eines verstorbenen Arztes, die den französischen König heilt und als Lohn Bertram, den standesstolzen Grafen von Roussillon, zum Gatten wählen darf. Dessen Flucht, die berühmte Bettstellenszene und die späte Enthüllung erzeugen eine Komödie, deren versöhnlicher Schluss moralisch bewusst ambivalent bleibt. Sprachlich wechseln rhetorische Eleganz, derbe Prosa und juristisch anmutende Beweisführung. William Shakespeare schrieb das Stück vermutlich um 1602 bis 1605, in einer Phase, in der seine Komödien dunkler, skeptischer und psychologisch komplexer wurden. Seine Erfahrung mit höfischen Patronageverhältnissen, städtischem Theaterpublikum und humanistischer Erzähltradition prägt die Gestaltung des Werkes. Die Vorlage aus Boccaccios Decamerone wird von ihm nicht bloß dramatisiert, sondern zu einer Untersuchung von Geschlecht, Rang, Verdienst und Begehren verdichtet. Dieses Stück empfiehlt sich Lesern, die Shakespeare jenseits der heiteren Liebeskomödie entdecken möchten. Es fordert einfache Urteile heraus und belohnt genaue Aufmerksamkeit für Motive, Machtverhältnisse und sprachliche Ironie. Gerade seine Unbequemlichkeit macht Ende gut, alles gut zu einem faszinierenden Text für Studium, Bühne und reflektierte Lektüre.
€ 13,50 -
Troilus und Cressida
Troilus und Cressida ist Shakespeares bitter-ironische Auseinandersetzung mit dem Trojastoff, angesiedelt zwischen Epos, Tragödie und satirischer Komödie. Im Zentrum stehen die brüchige Liebe Troilus' und Cressidas sowie die zermürbende Kriegsroutine der griechischen und trojanischen Helden. Statt heroischer Erhebung bietet das Stück rhetorische Schärfe, desillusionierende Dialoge und eine erstaunlich moderne Analyse von Ruhm, Begehren, Tauschwert und politischer Selbstdarstellung. Im Kontext der problem plays unterläuft Shakespeare bewusst die Erwartungen an antike Größe. William Shakespeare, um 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und 1616 gestorben, schrieb das Stück vermutlich um 1601/02, in einer Phase intellektueller Skepsis und dramatischer Experimentierfreude. Als Theaterpraktiker der Londoner Bühnen kannte er die Macht öffentlicher Rede ebenso wie ihre Hohlheit; zugleich griff er auf Chaucer, Homertraditionen und humanistische Troy-Legenden zurück. Die politische Unsicherheit der späten elisabethanischen Zeit und die Entzauberung ritterlicher Ideale mögen seine schonungslose Perspektive geschärft haben. Empfohlen sei dieses Werk Lesern, die Shakespeare jenseits der vertrauten Tragödien neu entdecken möchten. Troilus und Cressida verlangt Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit psychologischer Präzision, funkelnder Sprachkunst und einer unbequem zeitlosen Kritik an Krieg, Macht und erotischer Illusion.
€ 14,50 -
Verlorene Liebesmüh
Verlorene Liebesmüh, eine frühe Komödie William Shakespeares, inszeniert den Schwur des Königs von Navarra und seiner Gefährten, drei Jahre lang Studium, Askese und Frauenverzicht zu üben. Die Ankunft der Prinzessin von Frankreich entlarvt dieses Programm als gelehrte Selbsttäuschung. In kunstvoller Wortakrobatik, Sonetten, Maskenspielen und parodierter Scholastik verbindet das Stück höfische Liebeskomödie, humanistische Gelehrsamkeit und satirische Sprachkritik. Im elisabethanischen Kontext steht es nahe bei den Universitätswitzen und Debatten über Rhetorik, Wissen und soziale Darstellung. Shakespeare (1564-1616) schrieb wahrscheinlich in den 1590er Jahren für ein Publikum, das an Wortspielen, lateinischen Anspielungen und höfischer Mode Vergnügen fand. Seine Erfahrung als Schauspieler, Theaterunternehmer und genauer Beobachter städtischer wie aristokratischer Milieus erklärt die sichere Führung der Ensembleszenen und die Skepsis gegenüber prunkvoller Bildung ohne moralische Reife. Mögliche Bezüge zu zeitgenössischer Politik und Akademiekultur vertiefen den satirischen Impuls. Diese Ausgabe empfiehlt sich Lesern, die Shakespeare nicht nur als Dramatiker der großen Tragödien, sondern als Experimentator der Sprache entdecken möchten. Das Stück belohnt geduldige Aufmerksamkeit mit intellektuellem Witz, überraschender Melancholie und einem ungewöhnlich offenen Schluss, der Liebe, Erkenntnis und Verantwortung neu gegeneinander abwägt.
€ 12,80 -
Cymbeline
Cymbeline, eines der späten Dramen William Shakespeares, verbindet höfische Intrige, romantische Prüfung und politische Versöhnung zu einer eigentümlichen Tragikomödie. Im Zentrum stehen Imogen, deren Treue gegen Verleumdung und Machtkalkül behauptet wird, Posthumus' fehlgeleitete Eifersucht sowie ein Britannien, das zwischen römischer Oberherrschaft und nationaler Selbstbehauptung steht. Shakespeares Stil ist hier reif, kunstvoll verschlungen und zugleich experimentell: Märchenmotive, pastorale Flucht, Wiedererkennungsszenen und beinahe tragische Verirrungen münden in eine umfassende Auflösung. William Shakespeare, um 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und 1616 dort gestorben, schrieb Cymbeline vermutlich um 1609/10, also in jener Schaffensphase, die auch Pericles, The Winter's Tale und The Tempest umfasst. Seine langjährige Erfahrung als Schauspieler, Theaterunternehmer und Dramatiker ermöglichte ihm eine souveräne Mischung populärer Bühnenwirkungen mit gelehrten Quellen, darunter britische Chronistik und italienische Novellistik. Das Stück spiegelt sein spätes Interesse an Schuld, Vergebung, dynastischer Ordnung und der heilenden Kraft erzählerischer Enthüllung. Empfohlen sei Cymbeline Leserinnen und Lesern, die Shakespeare jenseits der kanonischen Tragödien entdecken möchten. Das Drama belohnt Aufmerksamkeit mit psychologischer Feinheit, poetischer Dichte und einem außergewöhnlichen Sinn für Versöhnung nach moralischer Dunkelheit.
€ 14,80 -
Timon von Athen
William Shakespeares Timon von Athen entfaltet die Geschichte eines athenischen Edelmanns, der sein Vermögen in verschwenderischer Freigebigkeit an falsche Freunde verteilt und, von Gläubigern bedrängt, in radikale Menschenverachtung stürzt. Das Drama verbindet Tragödie, Satire und moralphilosophische Parabel; seine oft schroffe, aphoristische Sprache spiegelt eine Welt, in der Kredit, Schmeichelei und soziale Maskerade jede Tugend korrumpieren. Im Kontext der späten Shakespeare-Dramatik erscheint es als düsteres Problemstück über Reichtum, Gabe und Entfremdung. Shakespeare, geprägt vom Londoner Theaterbetrieb, von höfischer Patronage und den ökonomischen Spannungen des frühen 17. Jahrhunderts, fand in Timon einen Stoff, der antike Autorität mit zeitgenössischer Gesellschaftskritik verband. Die mögliche Mitwirkung Thomas Middletons verweist zusätzlich auf die Nähe zur jakobäischen Stadtsatire. Shakespeares Erfahrung mit Gönnerschaft, Schauspieltruppen und materieller Abhängigkeit dürfte den scharfen Blick auf Freundschaft als Tauschverhältnis vertieft haben. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Shakespeare jenseits der kanonischen Liebes- und Machttragödien entdecken möchten. Timon von Athen ist spröde, bitter und ungewöhnlich modern: ein Werk für alle, die literarische Formen der Kapital- und Moralkritik in konzentrierter dramatischer Gestalt suchen.
€ 12,80 -
Timon von Athen
Timon von Athen entfaltet die Geschichte eines athenischen Edelmanns, dessen verschwenderische Freigebigkeit in den Bankrott führt und dessen vermeintliche Freunde sich als Nutznießer einer korrupten Gesellschaft erweisen. Aus der Enttäuschung erwächst Timons radikale Menschenverachtung. Das Stück verbindet tragische Fallhöhe mit beißender Satire, philosophischer Invektive und einer auffallend spröden, fragmentarischen Dramaturgie. Im Kontext von Shakespeares späten Problemstücken steht es an der Grenze zwischen Moralstudie, Stadtkomödie und dunkler Tragödie. William Shakespeare, der bedeutendste Dramatiker des elisabethanisch-jakobäischen Theaters, schrieb in einer Epoche intensiver sozialer Mobilität, höfischer Patronage und wachsender Geldwirtschaft. Diese Erfahrungen prägen das Stück deutlich: Freundschaft, Kredit, Dankbarkeit und Status erscheinen als ökonomisch verformte Beziehungen. Die mögliche Mitwirkung Thomas Middletons erklärt zudem manche satirische Schärfe und die schonungslose Darstellung urbaner Habgier. Dieses Werk empfiehlt sich Lesern, die Shakespeare jenseits der kanonischen Liebes- und Machttragödien entdecken möchten. Timon von Athen ist kein bequemes Drama, doch gerade seine Härte macht es modern: Es fragt, was Großzügigkeit wert ist, wenn eine Gesellschaft nur den Nutzen kennt, und wie Einsamkeit aus moralischer Klarheit entstehen kann.
€ 12,80 -
König Heinrich V.
William Shakespeares "König Heinrich V." schließt die zweite Henriad ab und dramatisiert den Aufstieg eines vormals ausschweifenden Prinzen zum charismatischen Kriegskönig. Im Zentrum stehen der Anspruch auf Frankreich, die Belagerung von Harfleur und der Sieg von Agincourt. Das Stück verbindet Chronik, Staatsdrama und patriotische Rhetorik mit skeptischen Untertönen: Der Chor erhöht die Ereignisse episch, während Soldatenszenen und juristische Rechtfertigungen die Kosten monarchischer Macht sichtbar machen. Shakespeares Blankvers wechselt virtuos zwischen politischer Argumentation, volkstümlicher Komik und feierlicher Heroisierung. Shakespeare schrieb das Drama um 1599, in einer Zeit englischer Selbstbehauptung, dynastischer Erinnerung und militärischer Unternehmungen unter Elisabeth I. Als Theaterautor der Lord Chamberlain's Men verfügte er über genaue Kenntnis der Bühne und der Erwartungen eines gemischten Publikums. Seine Quellen, insbesondere Holinsheds Chroniken, verwandelte er nicht in bloße Geschichtsnacherzählung, sondern in eine Untersuchung von Herrschaft, Legitimität, Sprache und nationaler Imagination. Empfohlen sei dieses Werk allen Lesern, die historische Dramatik nicht als einfache Verherrlichung, sondern als kunstvolle Reflexion politischer Autorität verstehen möchten. "König Heinrich V." bietet glänzende Redekunst, spannungsreiche Handlung und eine bis heute aktuelle Frage: Wie entsteht Größe, und welchen Preis verlangt sie?
€ 13,70 -
König Heinrich VIII.
König Heinrich VIII., Shakespeares spätes Historienstück, entfaltet die Tudor-Geschichte als Abfolge politischer Stürze, höfischer Schauakte und providentieller Deutungen. Im Zentrum stehen die Scheidung Katharinas von Aragón, der Aufstieg Anne Boleyns, der Fall Kardinal Wolseys und die Geburt Elisabeths. Der Stil verbindet zeremonielle Pracht, rhetorische Selbstrechtfertigung und melancholische Reflexion; im literarischen Kontext markiert das Drama den Übergang vom elisabethanischen Geschichtsdrama zur höfisch-spektakulären Dramaturgie der jakobäischen Bühne. William Shakespeare, der erfahrene Dramatiker der Londoner Theaterwelt, schrieb dieses Werk vermutlich in Zusammenarbeit mit John Fletcher. Seine langjährige Beschäftigung mit Macht, Legitimität und öffentlicher Inszenierung findet hier eine späte, auffallend ambivalente Form. Die Nähe zur Stuart-Zeit, ihr Interesse an Dynastie und Staatskirche sowie Shakespeares Verständnis politischer Rollen dürften die Gestaltung dieses historisch heiklen Stoffes entscheidend geprägt haben. Empfohlen sei dieses Stück Leserinnen und Lesern, die Shakespeare nicht nur als Tragiker oder Komödiendichter, sondern als scharfen Analytiker institutioneller Macht entdecken wollen. König Heinrich VIII. bietet weniger heroische Handlung als präzise Beobachtung: Wie Geschichte gemacht, erinnert und legitimiert wird.
€ 14,10 -
König Lear
William Shakespeares König Lear entfaltet den Zerfall eines Reiches, einer Familie und einer Sprache der Gewissheiten. Aus der törichten Abdankung des alten Königs erwächst eine Tragödie, in der Macht, Liebe, Undank und Erkenntnis unerbittlich ineinandergreifen. Der Stil verbindet höfische Rhetorik, bittere Narrenweisheit und kosmische Bildlichkeit; im Kontext der großen Tragödien um 1600 steht das Stück neben Hamlet, Othello und Macbeth als radikale Untersuchung menschlicher Verletzbarkeit. Shakespeare, 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und als Schauspieler, Dramatiker und Teilhaber des Londoner Theaters tätig, schrieb aus einer Epoche politischer Unsicherheit, dynastischer Sorgen und religiöser Spannungen heraus. Die alte Lear-Sage, chronikalische Quellen und die Bühnenpraxis seiner Zeit ermöglichten ihm, Fragen nach legitimer Herrschaft, kindlicher Pflicht und sozialer Ordnung mit außergewöhnlicher psychologischer Tiefe zu verbinden. Dieses Drama empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Erkenntnisform begreifen. König Lear fordert heraus, erschüttert und belohnt mit einer seltenen Verbindung aus philosophischer Schärfe und emotionaler Wucht. Wer verstehen will, wie Theater die Abgründe von Macht und Menschlichkeit sichtbar macht, findet hier ein unverzichtbares Werk.
€ 14,40 -
Mass für Mass
"Maß für Maß" gehört zu Shakespeares sogenannten Problemstücken und verbindet Komödie, Tragödie und moralphilosophisches Drama zu einer scharfsinnigen Untersuchung von Recht, Begehren und Macht. Im Wien des Stücks überträgt der Herzog die Regierung an den strengen Angelo, dessen rigorose Sittenpolitik bald an der eigenen Begierde zerbricht. Die Sprache wechselt zwischen juristischer Präzision, theologischer Reflexion und volkstümlicher Derbheit; gerade diese stilistische Spannung macht das Werk zu einem Schlüsseltext der frühen Moderne. William Shakespeare, geprägt vom elisabethanischen und jakobäischen Theater, schrieb in einer Zeit intensiver Debatten über Souveränität, religiöse Ordnung und öffentliche Moral. Seine genaue Kenntnis der Bühne, der höfischen Politik und der urbanen Lebenswelten Londons ermöglicht ihm, abstrakte Fragen in dramatisch wirksame Konflikte zu übersetzen. "Maß für Maß" zeigt besonders deutlich sein Interesse an der Brüchigkeit menschlicher Urteile und an den Gefahren moralischer Selbstgewissheit. Dieses Stück empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Shakespeare nicht nur als Meister poetischer Rede, sondern als analytischen Denker gesellschaftlicher Institutionen entdecken möchten. Es fordert einfache Urteile heraus und bleibt gerade deshalb überraschend gegenwärtig.
€ 13,70